Judo-Verband Schleswig-Holstein e. V.

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Special Olympics National Games Kiel


4000 Sportler mit geistiger Behinderung erleben ein Festival

Zum 11. Mal lädt Special Olympics Deutschland Menschen mit einer geistigen Behinderung zu nationalen Spielen, dieses Mal in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt, ein. Es kommen ca. 4 000 Aktive in 18 Sportarten, darunter drei ausländische Delegationen, 1 000 Familienangehörige, 200 freiwillige Helfer (Volunteers), 1 700 Trainer und ca. 5 000 Tagesteilnehmer, also ca. 14 000 Menschen nach Kiel.

 

 

Gegründet durch die Schwester des früheren US Präsidenten John F. Kennedy in den 60 er Jahren, hat diese Bewegung nun seit über 20 Jahren auch in Deutschland ihren Platz gefunden. Geistig behinderte Sportler treffen sich im 2 jährigen Rhythmus mit Sommer- und Winterspielen, um gemeinsam das Motto „Ich will gewinnen! Doch wenn ich nicht gewinnen kann, lasst mich mutig mein Bestes geben!“ zu erleben. Für 2018 hat Kiel den Zuschlag für die „11. National Summer Games“ bekommen.

 

Die Eröffnungsfeier findet in der Sparkassen-Arena statt. Neben dem Auftritt bekannter Show-Größen werden auch das olympische Feuer entzündet, der Eid gesprochen und die Fahne gehisst.

 

Die Judo-Wettbewerbe finden im Sportforum der Universität Kiel statt.  Großartig unterstützt werden die Judowettbewerbe vom Schleswig-Holsteinischen Judo-Verband, dem ein besonderer Dank gilt. Angefangen vom Mattentransport der über 300 Judomatten, die Bereitstellung von Bewertern für den Leistungstest,  die  Tischbesetzungen und Listenführer bis hin zu den Kampfrichtern. Hinzu kommen  weitere Helfer aus der Landeshauptstadt, so dass die Judowettbewerbe sicherlich beste Bedingungen vorfinden werden.

 

Der 1. Wettbewerbstag, 14.05.2018, beginnt, wie alle anderen Wettkampftage auch, mit einem  Coach-Meeting, um den Ablauf der Judowettbewerbe mit allen Beteiligten zu erläutern und erste Fragen zu beantworten. Da vom 15. – 21.03. 2019 in Abu-Dhabi Weltspiele von Special Olympics ausgetragen werden, dienen alle Wettbewerbe in Kiel gleichzeitig als Qualifikation für Abu-Dhabi. Das deutsche Judo-Team wird bei den Weltspielen mit sechs Judoka vertreten sein. Diese müssen sich hier in Kiel qualifizieren.

 

Dann wartet auf die fast 300 gemeldeten Judoka, dabei vermutlich alle sieben deutschen G-Weltmeister, ein „Skill-Test“,  in welchem die Einstufung in den entsprechenden Level der Wettkampfklasse überprüft wird. Dazu werden in Kiel zwei Testtage benötigt. Die Teilnehmer haben  sich  fünf Testaufgaben zu stellen, darunter „Balancieren“, „einbeiniges Hüpfen“, „Schlusssprünge“, „Liegestütze“ und „seitliches Umsetzen“.  In  jeder Übung können bis zu 20 Punkte erzielt werden, so dass am Ende Ergebnisse zwischen 5 und 100 Punkten möglich werden. Unter Berücksichtigung der ermittelten Punktewerte und der Einschätzung durch die jeweiligen Trainer werden die einzelnen Judoka dann der Wettkampfklasse  I (Judoka mit leichtem Handicap), Wettkampfklasse  II (Judoka mit mittlerem Handicap) oder der Wettkampfklasse  III (Judoka mit schwererem Handicap) zugeordnet.

 

Am ersten Wettkampftag, 16.05.2018, beginnen die Judokämpfe mit den Athleten der Wettkampfklasse  III. Hier starten die Judoka, die Judo mehr als Spielform ausführen bzw. nicht stehfähig sind und daher nur am Boden kämpfen können.  Wichtig ist hierbei die Regelung, dass wenn ein Judoka den Bodenkampf wünscht, der Gegner dies zu befolgen hat.

 

Nach dem Ende der Wettkämpfe in der Wettkampfklasse III wird zum vierten Mal ein Inklusiver Kata-Wettbewerb  (Unified-Kata) ausgetragen. Ein Team bilden immer ein G-Judoka und ein nicht behinderter Sportler, wobei der G-Judoka innerhalb der Kata die Rolle des Tori, also des Aktiven, übernehmen muss.  Wertungsrichter vom Schleswig-holsteinischen Judo-Verband haben dabei die schwierige Aufgabe, aus der Fülle der Kata-Demonstrationen die besten zu ermitteln.

 

Am 2. Wettbewerbstag folgen die Judowettbewerbe der Wettkampfklasse  II.  In dieser Wettkampfklasse   starten traditionsgemäß die meisten Judoka, um in unterschiedlichen Gewichtsklassen ihre „Olympiasieger“ zu ermitteln. Auch hier sind Bodenkämpfe möglich. Diese müssen allerdings vor Turnierbeginn der Wettkampfleitung angezeigt werden, und die  betreffenden Judoka müssen alle ihre Kämpfe in der Bodenlage gestalten.

 

Noch einmal einen kleinen Höhepunkt verspricht der 3. und letzte Wettkampftag mit den Judokämpfen der Wettkampfklasse  I  (Judoka mit nur leichter Behinderung). Hier erwarten wir Judo vom Feinsten. Aktionen und Reaktionen auf der Judomatte  von schon beachtlicher Qualität können hier gezeigt werden. Würfe wie Uchi-Mata oder Harai-Goshi und Aushebe- und Kontertechniken werden, wie beim Judo der nicht Behinderten, immer wieder zu sehen sein.

 

Anschließend, am Freitag Nachmittag,  gehen die 11.Nationalen Spiele von Special Olympics Deutschland mit einer Abschlussfeier zu Ende. Es werden die letzten Nationalen Spiele sein, die in einem zwei-jährigen Rhythmus stattfinden werden.

 

Special Olympics hat beschlossen, die Spiele nur noch alle vier Jahre zu veranstalten, so dass erst im Jahr 2022 die nächsten, dann 12. Nationalen Spiele, stattfinden werden.